• Isa

Life Coach im Unternehmen - was soll das?

Das ist eine Frage, die mir öfter gestellt wird. Was genau soll ich denn da tun? Oder was glaube ich damit zu verändern, zu verbessern. Menschen die mir diese Frage stellen, scheinen wohl nicht genau zu verstehen, was ich mache. Zusätzlich scheinen diese Menschen auch nicht zu verstehen, wie wichtig ihre Mitarbeiter und deren Wohlbefinden für die Produktivität des Unternehmens ist.

Ich möchte hier mal einen Versuch starten, zu erklären, warum ich glaube, dass ich eine große Bereicherung für so viele Unternehmen sein könnte.



Aber alles der Reihe nach.

Was macht ein Life Coach. Doofe Frage. Was macht denn ein Koch? Er kocht. Und weiß man nun wie gut er ist, oder was genau er kocht, welche Zutaten und Handgriffe er benutzt? Welche Messer und welche Töpfe? Nein. Man weiß, der Koch kocht. Aber was genau hilft uns das? Ein Life Coach soll dabei helfen, das Leben besser zu meistern. Das Leben betrifft aber nicht nur die Freizeit, sondern eben auch die Arbeitszeit. Wir verbringen einen Großteil unserer Zeit mit Arbeit und das ist in vielen Fällen ja auch wunderbar. Aber macht es dann nicht auch Sinn, jemanden genau dort zu unterstützen? Klingt es nicht logisch einen Life Coach im Unternehmen zu haben um diesen seinen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen? Klingt es nicht logisch, dass ein Mitarbeiter der emotional ausgeglichen ist, weiß was er kann und wie er dies tut, ein besserer Mitarbeiter im Sinne des Unternehmens ist? Mein Verständnis von Life Coach ist, Menschen zu helfen ihr Leben leichter und besser zu gestalten. Dazu bediene ich mich ganz unterschiedlicher Methoden. Die beste Hilfe ist dabei, die eigenen Erfahrungen zu nutzen. Aber auch psychologisches Grundwissen, gesunder Menschenverstand, Empathie und vieles mehr helfen dabei ein guter Coach zu sein. Wir brauchen in unserer Gesellschaft immer einen Beweis, ein Stück Papier auf dem notiert ist, dass man dies oder das gelernt hat. Aber zeichnet das wirkliches Können aus? Was genau weißt du noch aus deiner Schulzeit? Welche Inhalte aus deiner letzten Weiterbildung könntest du jemand anderem beibringen? Jeder von uns ist so anders und zieht deswegen auch unterschiedliche Schlüsse aus der gleichen Information. Das ist doch wundervoll. Das macht unsere Welt so bunt. Als Life Coach versuche ich diese Farbenvielfalt in jedem von uns hervor zu bringen. Sinn zu stiften in den Leben meiner Kunden. Auf allen Ebenen. Denn das Leben, besteht eben aus unterschiedlichen Ebenen. Meine Ebenen sind zum Beispiel: Ebene Ehefrau, Ebene Hundemama, Ebene Coach, Ebene Tochter, Ebene Schwester, Ebene Frau, Ebene Wanderlust und so viele Ebenen mehr. Keine davon möchte ich aufgeben. Keine davon sollte ganz alleine betrachtet werden. Sie alle stehen in einer gewissen Balance zueinander.


Ich glaube ganz fest daran, dass in Zeiten, in denen Firmen ihren Mitarbeitern bereits Obst und gesunde Snacks zur Verfügung stellen, auch Life Coachs ihre Berechtigung finden können. Ich kann hier natürlich nicht ausschließlich für alle Kollegen sprechen. Das möchte ich auch überhaupt nicht. Aber ich bin eben überzeugt, dass es einen großen, bisher noch nicht beachteten Mehrwert darstellen würde, sich komplett mit seinen Mitarbeitern zu beschäftigten. Ihnen zu zeigen, wie viel sie dem Unternehmen bedeuten, indem man ihnen die Hilfe zur Seite stellt, die sie wirklich benötigen. Auf der Ebene, auf der die Balance gerade nicht mehr vorhanden ist.

Nicht die Hilfe, die in den Medien gerade am lautesten propagiert wird. Was soll das mit der Work-Life-Balance? Was genau soll ein "Feel-Good-Manager" sein? Ich finde diese Schlagwörter so leer. Es hört sich toll an. Und natürlich ist es simple, diese Titel zu bespielen, denn im ersten Moment erscheint es sinnvoll. So lange, bis man sich mehr und mehr damit beschäftigt. Eine Work-Life-Balance? Also die Balance zwischen Leben und Arbeit? What?? Leben und Arbeit!! Wie können diese beiden Dinge von einander getrennt sein? Sind die Menschen bei der Arbeit nicht am Leben? Scheintod? Bei manchen Mitarbeitern trifft das eventuell tatsächlich zu, aber jetzt mal ganz ehrlich. Was soll das genau sein?

Feel-Good-Manager. Auch so ein toller Ausdruck. Zuerst sollte man verstehen, dass eine Stelle nicht ausschließlich mit Qualität verbunden ist nur weil das Wörtchen Manager hinten angehängt wird. Bitte entschuldigt, liebe Feel-Good-Manager. Das mag sich nun böse anhören. Das meine ich natürlich weder böse, noch unverschämt. Das ist auch nicht eure Schuld. Ihr springt eben nur auf einen neuen Zug auf, der in die gleiche Richtung fährt wie die Work-Life-Balance. Also Mitarbeiter sollen sich gut fühlen - soweit so klar. Aber was genau ändert dieser Manager? Ändert er die Unternehmenskultur, die unmittelbar mit dem Wohlbefinden der Mitarbeiter zusammen hängt? Arbeitet er mit der Geschäftsleitung daran, Werte für das Unternehmen aufzustellen und diese in Einklang mit den Werten der Mitarbeiter zu bringen, bzw. nur Mitarbeiter zu beschäftigen, die diese Werte auch teilen? Schafft er eine Unternehmenskommunikation, die dabei hilft ein erfolgreiches und transparentes Unternehmen zu führen? Kann dieser Manager all diese Dinge vorantreiben? Wirklich?


Tut mir sehr Leid, dass ich hier gerade so emotional erscheine. Aber ich finde es sehr sehr traurig, wenn ich sehe, dass solche Maßnahmen nur dabei helfen Symptome zu bekämpfen. Die bösen unzufriedenen Mitarbeiter sollen doch einfach glücklich sein. Sie sollen Bitteschön akzeptieren, dass die Welt kein Ponyhof ist und das soll ihnen jemand im Sitzkreis beim Trommeln erklären. Bitte liebe Chefs. Ist das wirklich das Ziel? Macht es das Unternehmen erfolgreicher? Besser? Ich glaube nicht.


An all diejenigen, die sich wirklich damit beschäftigen wollen, wie sie das Unternehmen, gemeinsam mit ihren Mitarbeitern, nach vorne bringen, möchte ich sagen: Herzlichen Glückwunsch! Ihr scheint das Problem verstanden zu haben. Das die Unternehmensführung das Problem unzureichender Mitarbeiter ist und nicht umgekehrt. Bitte versteht, dass der Mitarbeiter ein Teil des Unternehmenserfolges ist. Nicht dadurch, dass er seine Arbeitskraft im Tausch gegen Geld zu Verfügung stellt; sondern weil er überzeugt ist von dem Produkt, der Dienstleistung oder was auch immer das Unternehmen herstellt. In dem Moment, indem Unternehmensvision, Unternehmenswerte und die Unternehmenskultur mit den Werten und Visionen der beschäftigten Mitarbeitern übereinstimmen, gelingt es dem Unternehmen eine neue Stufe der Produktivität zu erreichen.

Was ich damit meine? Nun. Nehmen wir unseren Koch von vorhin. Stellen wir uns vor, wir arbeiten in einem Restaurant. Dieses Restaurant hat ganz klare Werte und eine Vision. Um diese Vision zu erreichen und den Werten treu zu bleiben, hat dieses Restaurant eine ganz bestimmte Unternehmenskultur geschaffen. Passend hierzu sucht das Restaurant seine Mitarbeiter aus. Alle die in diesem Unternehmen arbeiten, verfolgen tagtäglich das gleiche Ziel. Wir haben Spaß, wir arbeiten gut zusammen, wir haben die besten Kunden für das, was wir anbieten. Was wird wohl mit diesem Restaurant passieren, wenn es einen Koch beschäftigt, der extrem gut kochen kann, sich aber in keinem Fall diesen Werten anpassen möchte. Er ist ja ein guter Koch, also was interessieren ihn irgendwelche Werte. Es gibt hier unterschiedliche Szenarien. Entweder ist der Chef davon überzeugt, nur mit diesem Koch zu arbeiten, dass er alle seine Werte über Bord wirft, um diesen Koch zu halten. Das Team, das diese Werte aber jeden Tag lebt, wird Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit diesem neuen Mitarbeiter haben. Es wird wahrscheinlich beginnen unproduktiver zu arbeiten. Nicht weil es das möchte, sondern weil das Gleichgewicht im Unternehmen aus den Fugen geraten ist. Einige Mitarbeiter werden das Unternehmen verlassen, da sie sich nicht mehr mit diesem identifizieren können. Neue Mitarbeiter werden hinzukommen, die gar keinen Werten folgen, denen eine Vision egal ist. Dieses neue Team wird es immer schwerer haben gemeinsam an einem Strang zu ziehen, da dieser nicht mehr vorhanden ist. Es gibt keine Richtung mehr, keinen roten Faden und keine Konsequenz. Die Fluktuation steigt, die Krankheitstage ebenfalls. Der Chef ist frustriert, da auch der Erfolg, den er sich mit diesem Koch versprochen hat, ausbleibt. Die Umsätze sinken und es kriselt. Und so weiter...würdest du in diesem Restaurant weiter arbeiten wollen?

Anderes Szenario: Der Chef stellt den Koch erst garnicht ein, oder bittet diesen zu gehen, sobald er merkt, dass dieser Gift für das Unternehmen und sein Team ist. Somit verhält er sich loyal gegenüber seinen bisherigen Mitarbeitern, die ihm mit der gleichen Loyalität entgegenstehen. Das Unternehmen findet automatisch immer mehr Mitarbeiter, die zur Unternehmenskultur passen, die die gleichen Ziele verfolgen. Der rote Faden ist da, die Strategie ist jedem bewusst. Jeder einzelne Mitarbeiter arbeitet gemeinsam an dem gleichen Ziel. Nicht an den eigenen persönlichen Zielen, sondern an einem großen Ziel.


Was genau soll nun der Life Coach hier tun? Ich möchte sicher nicht das ganze Unternehmen auf den Kopf stellen, aber viele Chefs wissen, wenn etwas nicht richtig läuft. Sie spüren es. Sie sind selbst nicht mehr jeden Tag glücklich und freuen sich auf die Arbeit. In diesem Fall kann ich mit unterschiedlichen Methoden helfen, auf den richtigen Weg zurück zu finden. Nicht in großen Gruppenmeetings. Sondern persönlich, individuell, Stück für Stück. Dabei sollte der erste Coachee immer der oberste Chef bzw. die Führungsebene sein, denn diese sind Vorbilder im Unternehmen. Natürlich sollen alle Mitarbeiter mit ins Boot genommen werden, aber ich glaube daran Wissen so weiter zu geben, dass auf Dauer eben kein externer Coach mehr benötigt wird. Die Menschen im Unternehmen sollen es selbst schaffen, sich gegenseitig zu unterstützen und damit nach vorne zu bringen.

Es gibt natürlich auch die Variante, dass ein Unternehmen wunderbar läuft. Alles ist wie gerade so rosig beschrieben. Doch ein paar Kollegen scheinen in letzter Zeit nicht mehr ganz "auf der Höhe" zu sein. Auch hier kann ein Life Coach helfen, herauszufinden woran es liegt. Dabei zu unterstützen, diese Mitarbeiter wieder auf den richtigen Kurs zu bringen. Diese Version geht aber nur in dem Moment, in dem das Unternehmen mit all seinen Werten, Visionen und der Unternehmenskultur bereits gut aufgestellt ist.


Ich hoffe dieser kleine Artikel konnte einmal kurz erläutern, wieso ich glaube, Life Coachs haben nicht nur etwas im "privaten Leben" zu suchen. Sie sind eben Life Coachs, sie sind für das ganze Leben ein Ansprechpartner. Das umfasst eben auch die Business Welt.


#easylivingrocks


Was möchtest du mit deinem Leben anfangen?

Zur Inspiration oder zum besseren Verständnis, hier ein paar TED Talks, die euch gefallen könnten :)


Patty McCord: 8 lessons on building a company people enjoy working for


Simon Sinek: How great leaders inspire action


Barry Schwartz: The way we think about work is broken


Martin Danoesastro: What are you willing to give up to change the way we work?

Kontakt
  • LinkedIn Social Icon
  • Xing Social Icon
  • Instagram Social Icon

© 2018 Easy Living created by Isabel Zadra | Südwestpfalz